Törn auf der Mecklenburger Seenplatte
Juli 2003

Von Karl-Heinz Wewers

Wieder einmal ist es so weit. Ursel und Karl-Heinz wollen wieder mit Ihrem Boot auf Törn gehen. Nachdem wir im Jahr 2002 die Berliner Gewässer bereisten, soll es diesmal zur Mecklenburger Seenplatte, an der Grenze von Brandenburg zu Mecklenburg / Vorpommern gehen. 
Während früher immer Friesland im Sommer angesagt war, empfahl uns vor drei Jahren ein Freund, mit unserem Boot die Berliner und Mecklenburger Gewässer zu bereisen. Ich hätte nie gedacht, dass es da soviel Wasser in einer noch fast unberührten Natur gibt.

Wir bereisten zunächst die Mecklenburger Kleinseenplatte, die unterhalb der Müritz liegt. Die "Alte Liese" lassen wir in der Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang zu Wasser. Wir fahren zunächst in süd-östlicher Richtung nach Fürstenberg, Himmelpfort und in die Lychener Gewässer. Danach geht es in nördlicher Richtung weiter über Havel und Woblitzsee nach Neustrelitz am Zierker See. Wir fahren den gleichen Weg wieder zurück und  dann weiter über den Schleusenkanal in die Rheinsberger und Zechliner Gewässer.
Danach führt unser Weg nach Norden. Über den Labus-, Vils- und Zootzensee erreichen wir Mirow. Über die Müritz-Havel-Wasserstrasse kommen wir zur Müritz. Wir machen einen kleinen Abstecher über den Müritzarm nach Buchholz, bevor wir die Müritz überqueren. Ein paar Hafentage in Waren sind einfach ein "Muss".
Danach geht es in westlicher Richtung weiter über den Kölpin- und Fleesensee, durch die Drehbrücke in Malchow kommen wir zum Plauer See. Es sind wunderbare Seen, die sich hier aneinander reihen. Die Müritz bis einschließlich Malchow ist ein herrliches Segelrevier ohne Brücken. Da wir wegen der sonst so vielen Brücken wieder ohne Mast und Segel gefahren sind, blutet einem Segler in solch einem Revier dann doch schon mal das Herz.
Von Plau wollen wir noch zum Schweriner See. Wir fahren den Kanal bis Lybs. Ein Blick in die Karte zeigt uns, dass es bis Schwerin noch 70 km Kanalfahrt sind. Wir beschließen umzukehren, da uns die lange Kanalfahrt vom Vortag schon reicht. Wir ziehen es vor, lieber die restliche Zeit an den schönen Seen zu verbringen als eine mehrere Tage dauernde Kanalfahrt zu machen, zumal wir die gleiche Strecke auch wieder zurück müssen.

Wir hatten bis auf die erste Woche ausgesprochen schönes Wetter. Es gibt sehr schöne Ankerbuchten in denen man ungestört liegen kann und auch schöne Häfen mit allesamt guten Sanitäreinrichtungen. Etwas Benzinvorrat sollte man schon mit sich führen, da es nur wenige Wassertankstellen gibt. Vor allem aber gibt es sehr gute Restaurants, in denen man noch zu vernünftigen Preisen vorzüglich speisen kann. In den knapp vier Wochen unserer Reise haben wir viele Bekanntschaften gemacht und überall nur nette Menschen angetroffen. Insgesamt sind wir 215 sm, also 400 km mit unserem Boot gereist. Dabei hat unser 8 PS Honda uns nicht einmal im Stich gelassen, wobei er doch so genügsam ist. Er hat für die ganze Fahrt 70 Liter Benzin gebraucht, das entspricht rund einen Liter je Betriebsstunde oder rechnerisch 5,7 km je Liter.

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